Trauer um EABI Herbert Wagner

Created by Franz Bretterbauer | |   Berichte

Der ehemalige Abschnittsfeuerwehr-Kommandantstellvertreter verstarb am 9.1.2023 im 78. Lebensjahr.

Am 2.6.1963 trat der knapp nach Ende des zweiten Weltkrieges in Brand geborene Herbert Wagner in die örtliche Feuerwehr ein.

Bereits 1969 erwarb er die Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze und Silber und 1970 jenes in Gold.

1971 wurde er Feuerwehrkommandant, diese Funktion behielt er zunächst bis 1985, wurde dann Stellvertreter, 1996 - 1999 war er wieder Kommandant und dann bis 2001 FKDTSTV.

1991 wurde er zum Abschnittsfeuerwehrkommandantstellvertreter gewählt und führte gemeinsam mit AFKDT Ing. Gerwalt Brandstötter bis 2001 den Abschnitt Zwettl. Von 1971 bis zum Übertritt in die Reserve bekleidete er auch die Funktion des Unterabschnittsfeuerwehrkommandanten im UA Brand.

Daneben war er ab 1993 auch 10 Jahre als BAZ-Disponent tätig und wirkte bis 2004 als Bezirksausbilder beim Modul Truppführer (früher Grundlehrgang) in der Ausbildung mit.

In den Jahren 2004 bis 2008, als schon knapp vor der Reserve nahm er auch noch die Ausbildungsprüfung "Technischer Einsatz" in den Stufen Bronze, Silber und Gold auf sich.

Vielen Kameraden ist Herbert Wagner auch von den Abschnittsfeuerwehrleistungsbewerben bekannt, bei denen er meist die Geräte und den Staffellauf vorbereitete.

Für die stets engagierte Arbeit in den örtlichen und überörtlichen Feuerwehrbereichen wurde der Verstorbene auch vielfach ausgezeichnet:

  • 1971 erhielt er das Verdienstzeichen des NÖ LFV 3. Klasse, 1982 in der 2. Klasse.
  • 1989 wurde er mit dem Verdienstzeichen des ÖBFV 3. Stufe geehrt, 2009 mit jenem der 2. Stufe
  • Für die Arbeit in der Ausbildung erhielt er 1995 bzw. 1999 die Ausbilderverdienstabzeichen in Bronze und Silber
  • Das Land NÖ zeichnete Wagner mit den Ehrenzeichen für vieljährige verdienstvolle Tätigkeit aus für 25, 40 und zuletzt 2013 für 50 Jahre im Feuerwehrwesen.
  • Auf Antrag seiner ehemaligen Vorgesetzten wurde EABI Herbert Wagner zuletzt beim Abschnittsfeuerwehrtag 2015 mit der Verdienstmedaille des NÖ Landesfeuerwehrverbandes 1. Klasse in Gold geehrt.

Die "Feuerwehrfamilie" verliert mit Herbert Wagner einen hilfsbereiten, sehr engagierten, umgänglichen, immer freundlichen Feuerwehrkameraden.

Anbei einige Erinnerungsfotos aus seinem Feuerwehrleben im Abschnitt Zwettl (div. Fotografen der FF Brand und des AFKDO).

Lebe wohl und Gut Wehr!

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Das Begräbnis fand am Freitag 13.1.2023 in der Pfarrkirche Brand statt.

Der Pfarrer würdigte ihn als gläubigen Christen und guten Menschen und sprach der Trauergemeinde Trost zu. So sei die letzte Ruhestätte nicht das Grab, ihre Heimat ist vielmehr bei Gott, der allein den Menschen die letzte Ruhe schenken kann. Gottes endgültige Liebe lösche den Tod aus. Der verstorbene Bruder Herbert habe diesen Glauben gelebt und bewahrt und aus diesem Glauben Hoffnung und Zuversicht geschöpft.

Wie aus den Dankesworten der Familie hervorging, war er trotz schwieriger Verhältnisse immer ein zufriedener Mensch. Sein Leben war geprägt von seiner aufopfernden Hilfsbereitschaft. Schon in jungen Jahren machte er in seiner Freizeit Dienst beim roten Kreuz. Später wurde er Mitglied der freiwilligen Feuerwehr, welche immer mehr zu seinem Hobby und Leidenschaft wurde. 1964 lernte er Getrude Herndler aus Obergrünbach kennen, die er 1968 heiratete. Neben der Landwirtschaft war er einige Jahre bei der Firma Ergee in Zwettl und später bei der Firma Schweighofer (heute Stora Enso) beschäftigt. Wegen seiner schweren Lungenerkrankung musste er frühzeitig in Pension gehen.

Mit den Eigenschaften "Hilfsbereit, Vertrauensperson, Motivator, zukunftsorientiert, Gemeinschaftssinn, Mentor, Lehrer, gewissenhaft, offen für Neues, ehrlich, höflich, väterlich beschützend, fröhlich, gläubig, kameradschaftlich" usw. beschrieb Unterabschnittsfeuerwehrkommandant HBI Ing. Markus Gutmann einige Eigenschaften des Verstorbenen. Die Ausbildung für ihn uns seine Kameraden stand für ihn an vorderster Stelle. er absolvierte eine Vielzahl von Lehrgängen wie Kommandantenausbildung, Funk, Maschinistenausbildung, den Höheren Feuerwehrlehrgang oder den Bezirksausbilderlehrgang. Er begann bald nach dem Eintritt in die Feuerwehr Brand, Kameraden zu motivieren, gemeinsam mit ihm die erste Bewerbsgruppe aufzubauen.

Als Kommandant modernisierte er lt. Gutmann die Feuerwehr grundlegend. Der Ankauf des ersten Löschfahrzeuges, die Einführung von Funk und Atemschutz in der Feuerwehr, der Neubau des Feuerwehrhauses in den frühen 1980er-Jahren waren Meilensteine seiner Arbeit. Zur Finanzierung wurde eine Vielzahl an Veranstaltungen wie Bälle, Feste abgehalten. Mit der Gründung des Unterabschnittes Brand übernahm er die Funktion des Unterabschnittskommandanten, welche er 40 Jahre lang innehatte.

Als Förderer der Jugend leistete er einen entscheidenden Beitrag zur Gründung der Jugendgruppe der FF Brand, auch motivierte er durch sein Geschick, seine Vorbildwirkung und seine Beharrlichkeit. Lernen und Lehren begleiteten ihn durch seine ganze Laufbahn. Bereits 1970 erwarb er als einer der ersten im Bezirk das Feuerwehrleistungsabzeichen in Gold. 38 Jahre später im Jahre 2008, kurz vor der Überstellung in die Reserve, trat er noch erfolgreich in der Ausbildungsprüfung "Technische Hilfeleistung" an.

HBI Gutmann dankte Herbert für viele heitere gemeinsame Stunden bei der Feuerwehr oder in seinem Haus.

Der ehemalige Bezirksfeuerwehrkommandant EOBR Ing. Gerwalt Brandstötter ergänzte: "EABI Herbert Wagner war für mich nicht nur ein Feuerwehrkamerad, er war auch ein persönlicher Freund." Er war ein Idealist in der Feuerwehr, er war mit seiner ruhigen, besonnenen Art bei allen Kameraden besonders beliebt, aber auch bei den Behörden und in der Bevölkerung. "Herbert Wagner war ein Mensch, der vieles in seinem Leben mit dem Herzen gesehen hat", betonte Brandstötter mit dem Zitat aus der Geschichte des "kleinen Prinzen".

Viele Menschen aus der Familie und Feuerwehrmitglieder aus Nah und Fern - mehr als die Pfarrkirche Brand fassen konnte - erwiesen Herbert Wagner die letzte Ehre. So dankte Brandstötter im Namen aller Feuerwehrinstanzen mit Hochachtung und Ehrerbietung mit dem nö. Feuerwehrgruß "Gut Wehr" und nochmals "Danke für all dein Tun!"