BFKdo Zwettl
22.08.2026 | Franz Bretterbauer | Berichte

Trauer um Wilfried Reichenvater

Ehrenbrandinspektor, Amtsdirektor i.R., Regierungsrat Wilfried Reichenvater starb am 31. Juli 2026 im 85. Lebensjahr

Am 22.8.2026 mussten sich Familie, Freunde, Feuerwehr, Kameradschaftsbund, Wanderfreunde usw. in der Pfarrkirche Großglobnitz von einem ganz besonderen Menschen verabschieden.

EBI Wilfried Reichenvater wurde 1941 in Wien geboren. Beruflich war er lange Zeit als Finanzbeamter, und zwar als Betriebsprüfer, zuletzt mit dem Dienstgrad "Amtsdirektor" bei der Großbetriebsprüfung Wien tätig. In dieser Funktion erhielt er auch den Berufstitel "Regierungsrat" verliehen. Im Bezirk Zwettl wurde er allerdings erst später bekannt, nachdem er sich in den 1980er-Jahren in Hörmanns ansiedelte. Als er beruflich noch nach Wien pendelte, wussten alle, wenn er da war, denn dann hat er an seinem Haus die rot-weiß-rote Flagge gehisst.

Am 1.1.1987 trat er mit bereits 45 Jahren in die FF Hörmanns ein. Ab da begann eine bilderbuchhafte Feuerwehr-Karriere des sehr engagierten Mitgliedes. Innerhalb weniger Jahre absolvierte er nicht nur das Ausbildungsprogramm vom Grundlehrgang, der Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger, Atemschutzwart und Funker, sondern auch den Gruppenkommandanten- und die Zugskommandantenlehrgänge etc.

Die FF Hörmanns bestellte ihn ab 1.1.1991 zum Sachbearbeiter Atemschutz, wenige Tage später wurde er zum Feuerwehrkommandantstellvertreter (1991-2001), für 2001 bis 2006 zum Feuerwehrkommandanten gewählt. In seine Ära fällt auch der Bau des neuen Feuerwehrhauses in Hörmanns. Ab 2001 engagierte er sich auch im Bezirk bei der Atemschutzausbildung als Bewerter und Bezirksausbilder.

Als er mit 65 Jahren seine "Feuerwehrpension" antreten musste, holte ihn der damalige Oberbrandrat Ing. Gerwalt Brandstötter 2007 (der Landesfeuerwehrleistungsbewerb in Edelhof war gerade in Vorbereitung) in sein Team als Gehilfe in der Verwaltung des Bezirksfeuerwehrkommandos, diese Aufgabe erfüllte er in seiner freundlichen und zuvorkommenden Art bis zuletzt, indem er alle anfallenden Arbeiten erledigte, "die sonst niemand machen wollte" (Worte von EOBR Franz Knapp). Vom Papiereinkauf, Versand der Post bis zur Mithilfe bei Kursen, Bewerben, beim Wissenstest, beim Umbau der Bereichsalarmzentrale usw. konnte man sich auf ihn verlassen.

Für seine 39-jährige mit Elan und Freude erfüllte Feuerwehrlaufbahn wurde er auch ausgezeichnet, unter anderem mit den Verdienstzeichen des NÖ LFV in Bronze (1992) und Silber (2024). 2010 erhielt er die Verdienstmedaille des NÖ LFV 3. Klasse in Bronze, 2017 die 2. Klasse in Silber. 2008 wurde er gemeinsam mit EOBR Brandstötter mit dem Ehrenzeichen der Stadtgemeinde Zwettl vor den Vorhang gebeten. 2012 wurde er vom Land NÖ mit dem Ehrenzeichen für 25-jährige verdienstvolle Tätigkeit im Feuerwehrwesen geehrt, jenes für 40 Jahre war ihm leider nicht mehr gegönnt.

Aber auch Schicksalsschläge musste er verkraften wie den Tod seiner Lebensgefährtin oder ein Brand in seinem Haus, aber seine Familie waren sein gern genutzter Rückzugsort. Auch in anderen Vereinen, wie im Kameradschaftsbund und Oldtimer-Traktorfreunde engagierte er sich mit Leidenschaft. Privat war Wilfried für seine Freude am Wandern besonders bekannt, so absolvierte er - als er in seiner Pension die Liebe zum Weitwandern entdeckte - nicht nur große Teile des Jakobsweges, sondern auch viele andere, oft sehr lange Wanderungen, bei denen er - am liebsten allein - entspannen konnte. Später genoss er aber auch die Freundschaft in Wandergruppen. Wegen seiner Fitness überraschte es umso mehr, als vor wenigen Monaten ein Krankenhausaufenthalt notwendig wurde und die Hoffnung auf Erholung sich leider nicht mehr erfüllte.

Kaplan Manuel Sattelberger, der mit den Hinterbliebenen in der übervollen Pfarrkirche Großglobnitz das Requiem feierte, betonte seinen "Glauben an den Himmel", wie Wilfried es gegenüber seiner Familie ausdrückte und dass häufige Ziele seiner Wanderungen Wallfahrten waren, so ging er z.B. meist mehrmals im Jahr von unterschiedlichen Orten nach Mariazell.

Wir verlieren mit ihm einen hilfsbereiten, freundlichen, zuvorkommenden, engagierten Kameraden, Freund und Vorbild. Danke lieber Wilfried für dein Engagement für Familie, Feuerwehr, Ortsbevölkerung usw. mit einem "Gut Wehr!"

Anbei einige Erinnerungen aus seiner Feuerwehrlaufbahn und an seinen letzten Weg.

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